Lang­fristig im Aufwind

Die MTU-Aktie wird zehn Jahre alt.

05.2015 | Autorin: Larissa Klaus

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Larissa Klaus schreibt seit rund sieben Jahren für interne und externe Publikationen der MTU. Zudem ist sie als Referentin für Corporate Communications in der Finanzbranche tätig.

Die MTU Aero Engines arbeitet bereits seit Jahr­zehnten erfolgreich an den not­­wen­digen neuen Technologien, um das Fliegen sparsamer, leiser und umwelt­freund­licher zu machen. Das sichert dem Unter­nehmen lang­fristigen Geschäft­serfolg. Und der gibt auch der MTU-Aktie, die vor zehn Jahren erstmals an der Frankfurter Wert­papier-Börse gehandelt wurde, dauerhaft Schubkraft.

Der 6. Juni 2005 war der erste Handels­tag für die MTU-Aktie, die zu einem Preis von 21 Euro ausge­geben wurde und einen Eröffnungs­kurs von 21,89 Euro erzielte. Seit­dem ist ihr Kurs, der im März 2015 erstmals die 90-Euro-Marke über­sprang, um mehr als 300 Prozent gestiegen. „Das MTU-Papier hat sich deutlich besser entwickelt als vergleich­bare Aktien der zivilen Luft­fahrt, die ihren Wert im gleichen Zeitraum immer­hin auch knapp verdoppelt haben“, sagt Michael Röger, Leiter Investor Relations der MTU Aero Engines. Der Grund: Umsatz und Ergebnis der MTU sind in den letzten zehn Jahren konti­nu­ierlich angestiegen. „Wir haben unsere Ziel­werte in der Regel erreicht oder sogar leicht über­troffen und unsere Vorher­sagen einge­halten“, so Röger.

Trotzdem kam es 2008, im negativen Umfeld der Finanz­­krise, auch bei der MTU zu einem Ein­­bruch des Aktien­­kurses. Die Werte der gesamten Luft­­fahrt­­branche gaben stark nach. Die Ergebnisse und damit Kurse wurden in der ersten Jahres­­hälfte zu­sätzlich von einem hohen Öl­preis und einem schwachen US-Dollar belastet. Zudem schwächte ein verlangsamtes Wachstum des Luft­verkehrs, das zu Flug­zeug­­still­­le­gungen und Stornierungen von Aufträgen führte, die Branche. „Es kam erstmals zu einer Entkoppelung des Kursverlaufs von der operativen Entwicklung des Unter­nehmens“, sagt Claudia Heinle, Senior Manager Investor Relations bei der MTU. Die Konjunktur­aussichten trübten sich im Lauf des Jahres immer weiter ein, so dass der Kurs der MTU-Aktie am 28.10.2008, rund dreieinhalb Jahre nach dem ersten Handelstag, ein Allzeittief von 12,87 Euro erreichte.

„Deutlich besser entwickelt als vergleichbare Aktien der zivilen Luftfahrt“

Michael Röger, Leiter Investor Relations der MTU Aero Engines

+300% Seit dem Börsengang im Jahr 2005 konnte die MTU-Aktie um über 300 Prozent (Stand zum 30.04.2015) zulegen. Damit entwickelte sie sich deutlich besser als der deutsche Aktienindex MDAX und der Euro Stoxx TMI Aerospace & Defense Index. Diese Ver­gleichs­gruppe umfasst die 15 international wichtigsten Werte aus dem Bereich der Luftfahrt.

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MTU-Börsengang

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Am 6. Juni 2005 war der erste Handelstag für die MTU-Aktie.

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Die Aktie wurde zu einem Preis von 21 Euro ausgegeben und erzielte einen Eröffnungskurs von 21,89 Euro.

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Seit dem Börsengang im Jahr 2005 konnte die MTU-Aktie um über 300 Prozent zulegen.

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Damit hat sich das MTU-Papier deutlich besser entwickelt als vergleichbare Aktien der zivilen Luftfahrt.

Erholung bis zum Rekord

Der Aufwind ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Bereits 2010 hatte sich die Aktie wieder auf Vor­krisen­niveau erholt und stieg danach kontinuierlich weiter bis zum ersten All­zeit­hoch seit dem Börsen­gang bei 79,25 Euro im Mai 2013. „Obwohl die schwelende Euro­krise die Stimmung am Kapital­markt zu diesem Zeit­punkt gedämpft hat, haben unsere Aktie und der MDAX dem volatilen Umfeld getrotzt“, so Heinle. Niedrige Zinsen bei anderen Geld­anlagen machen Aktien­invest­ments attraktiv. 2014 hielt sich der MTU-Aktienkurs auf in etwa gleichbleibendem Niveau – im Finanz­markt heißt das „Seitwärts­bewegung“. Anfang 2015 schnellte der Aktienkurs erneut in Rekord­höhe. Die MTU-Aktie profitierte bereits seit dem Jahresende 2014 von einem niedrigen Ölpreis und einem starken US-Dollar. Auch das angekündigte Anleihe­­kauf­­programm der Europäischen Zentral­bank sorgte für positive Impulse.

Die weiteren Aussichten scheinen gut: „Wir haben zahlreiche Meilen­steine erreicht, die es uns ermöglichen, vom wachsenden Markt zu profitieren. Das überzeugt auch Analysten“, sagt Röger. Bis 2017 befindet sich das Unter­nehmen in einer Phase hoher Investitionen, in der das bereinigte EBIT, also das operative Ergebnis, dennoch moderat steigen dürfte. Vor allem der Serien­hoch­lauf der Getriebefan-Programme und deren technologische Weiter­ent­wicklung prägen die kommenden Jahre. Außerdem investiert die MTU in Forschung und Entwicklung für wichtige Zukunft­san­triebe wie das GE9X für die Boeing 777X, die etwa 2020 auf den Markt kommen soll. Die GE9X-Programm­be­teiligung sichert einen Markt­anteil an einem der wichtigsten künftigen Antriebe im oberen Schubbereich.

Lohnende Investitionen

Die Investitionen in die Zukunft werden sich ab 2018 verstärkt auszahlen. „Rund 30 Prozent der heute aktiven Flug­zeuge haben MTU-Module an Bord. In den nächsten fünf bis zehn Jahren wird unsere Trieb­werks­flotte deutlich anwachsen“, so Reiner Winkler, Vorstands­vorsitzender der MTU Aero Engines. Dann erwartet die MTU ein be­schleu­nigtes Wachstum der margenstarken Unter­nehmens­bereiche Ersatzteil- und Instand­­haltungs­geschäft. Das deutliche Wachstum dürfte dem Aktien­kurs weiteren Auftrieb geben.

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