Der Flieger wirkt wie aus der Werkstatt von James Bonds „Q“ und stammt aus der gleichen Zeit: Die Lockheed SR-71 „Blackbird“ absolvierte ihren Erstflug im De­zem­ber 1964 und trat im Januar 1966 in den Dienst der U.S. Air Force. Sie war im Auftrag der CIA in der le­gen­där­en Ge­heim­ab­teilung „Lockheed Ad­vanced Devel­opment Pro­jects Unit“, besser bekannt als „Skunk Works“, ent­wickelt worden. Nur 32 Stück des Tarn­kappen-Aufklärers wurden gebaut. Seit 1976 bis heute hält sie mit 3.529,6 Stun­den­ki­lo­me­tern, knapp Mach 3,2, den Welt­rekord als schnellstes luft­atmendes be­mann­tes Flug­zeug. Ent­deckung oder Be­drohung entging die „Black­bird“, indem sie einfach be­schleu­nigte und höher stieg, bis auf eine Dienst­gipfel­höhe von 25 Kilo­metern. Die USA überquerte sie in knapp 70 Minuten.

Nicht nur das Flug­zeug­design war revo­lutionär, auch die ver­wendeten Materialien: Die Zelle bestand zu 85 Prozent aus Titan, für den Rest wurden unter anderem Poly­mer-Ver­bund­werk­stoffe ein­gesetzt. Für Tar­nung sorgten die außer­gewöhn­lichen Formen des Flug­zeugs ebenso wie etwa die Bei­mischung von Cäsium zum Treib­stoff, das das Radar­echo des Ab­gas­strahls ver­änderte.

Angetrieben wurde die SR-71 von zwei JT11D-20-Turbo­strahl­trieb­werken von Pratt & Whitney (militärische Bezeichnung J58) mit Stau­strahl­funktion. Dabei wurde ein Teil der ein­strömen­den Luft in sechs Rohren am Ver­dichter vorbei direkt in den Nach­brenner geleitet, was den Wirkungs­grad erhöhte.

Nur 86 sorgfältig aus­gewählte Piloten durften den Zwei­sitzer fliegen; der zweite Mann an Bord war ein Auf­klärungs­offizier, der foto­gra­fier­te und filmte, vorzugs­weise hinter dem Eisernen Vorhang. Der letzte Flug einer SR-71, inzwischen im Einsatz bei der NASA, fand am 9. Oktober 1999 statt. Seither kann man das futuristisch wir­ken­de Flugzeug auch heute noch in einigen Luft­fahrt­museen bestaunen, darunter im Im­perial War Museum in Duxford/Groß­britannien und im Smith­sonian Institute in Wash­ington/D.C.